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Institut für kreative Naturprozesse

Visionssuche - Ruf

Dem Ruf der eigenen Wildnatur folgen

Das Alte passt nicht mehr und das Neue ist noch unsichtbar. Wir hören den Ruf zum Aufbruch oft deutlich und folgen ihm nicht, weil unser Verstand Sicherheiten sucht, uns ein flüstert, dass wir Angst haben müssen, dass wir vorsichtig sein müssen, keine Risiken eingehen sollen. Doch ist es der Ruf der Seele, dem wir folgen müssen, wenn es um die Entscheidung geht, ob wir unser Wachstum aktiv gestalten und auf unserem Entfaltungsweg weiter gehen oder in alten Mustern stecken bleiben.

Stufen

Wie jede Blüte welkt
und jede Jugend dem Alter weicht,
blüht jede Lebensstufe,
blüht jede Weisheit auch und jede Tugend
zu ihrer Zeit und darf nicht ewig dauern.
Es muss das Herz bei jedem Lebensrufe
bereit zum Abschied sein und Neubeginne,
um sich in Tapferkeit und ohne Trauern
in and're, neue Bindungen zu geben.
Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,
der uns beschützt und der uns hilft zu leben.

Weiter...

Wir sollen heiter Raum um Raum durchschreiten,
an keinem wie an einer Heimat hängen,
der Weltgeist will nicht fesseln uns und engen,
er will uns Stuf' um Stufe heben, weiten!
Kaum sind wir heimisch einem Lebenskreise
und traulich eingewohnt,
so droht Erschlaffen!
Nur wer bereit zu Aufbruch ist und Reise,
mag lähmender Gewohnheit sich entraffen.
Es wird vielleicht auch noch die Todesstunde
uns neuen Räumen jung entgegen senden:
des Lebens Ruf an uns wird niemals enden.
Wohlan denn, Herz, nimm Abschied und gesunde!
Herrmann Hesse